Herausforderung: Almalgamausleitung als Begleithandlung - ein Routinejob

Die Anfragen kommen meist wellenartig in der Folge von Medienberichten: Wie gefährlich ist Amalgam, warum darf es verwendet werden und warum zahlen die Kassen die Alternativen nicht?

Das Thema ist schon für eine ganzheitlich orientierte Praxis eine Herausforderung. In der Sozialpraxis bedeuten gehäufte Anfragen meist lange Diskussionen. Strategieempfehlung: „Amalgam gibt Spuren von Quecksilber ab, die meisten Menschen verfügen über ausreichend gute Entgiftungssysteme, um diese Spuren zu eliminieren. Kommen allerdings weitere Belastungen durch andere Toxine, Erkrankungen oder Dauerstress dazu, kann es zu einer relevanten Belastung werden. Vermuten Sie bzw. Ihr Arzt eine Amalgambelastung?“

Geht es dem Patienten gut und will  er nur vorbeugend eine andere Zahnversorgung haben, ist dies eine sinnvolle Maßnahme. Ist der Patient beunruhigt oder vermutet der Allgemeinarzt eine Belastung, ist ein Biotest zu empfehlen. Mit Kinesiologie oder Elektroakupunktur kann man eine Belastung testen, ebenso die betroffenen Organsysteme, geeignete Ausleitmittel und Materialien für die weitere Versorgung. Ergibt der Test eine Belastung, kann eine Vorbehandlung sinnvoll sein: Die größte Quecksilberbelastung tritt beim Verlegen oder Ausbohren von Amalgam auf. Sind die Entgiftungssysteme erschöpft, sollten sie zuerst aktiviert werden (orthomolekulare Behandlung, Darmsanierung). Die Vor- und Begleitbehandlung kann von Allgemeinärzten oder komplementär tätigen Zahnärzten durchgeführt werden – bitte um kurzen Begleitbrief, damit die tatsächlich gewünschte Therapie erfolgt, die Patienten wissen ja oft nicht so genau, warum sie überwiesen wurden.

Fallbeispiel 1

Mai 2015: Die 42-jährige Frau hat Gelenksprobleme mit diversen Antikörperreaktionen und bekommt Ebetrexat, Cortison und Schmerzmittel. Die Amalgamsanierung soll die Immunlage verbessern. Darmsystem, Thymus, Schilddrüse und Nebenniere sind betroffen. Als Nosoden testen wir Quecksilber, Silber-amalgam D8 und D30, autoaggressive Tendenz.

Therapieempfehlung: Phytohypophyson C, Zinkcitrat, Leinöl.

Nach vier Wochen Einnahme kann der Oberkiefer saniert werden.

August 2015: Die OK-Sanierung ist erfolgt. Cortison und Schmerzmittel konnten abgesetzt werden, Ebetrexat läuft noch. Die Patientin klagt über Schmerzen der Mittelhand, ansonsten Besserung. Die Therapielokalisation Mittelhand testet auf Amalgam und das Ausleitmittel Zeolith.

Therapie: Phytohypophyson C, Zinkpicolinat, Fischöl (2x1000 mg) und Zeolith 2x ½ KL.

Dezember 2015: Das Amalgam ist weg, die Gelenke sind nicht mehr akut, die Zähne sensibel. Es zeigt sich eine Empfindlichkeit auf Bond, dies wird über dieselbe Entgiftungsschiene wie Quecksilber beseitigt.

Therapie: Phytohypophyson L, Calcium phosphoricum D6 (Schüßler Salz Nr. 2), Panaceo basic (Zeolith).

Jänner 2016: Nach Verkühlung Gelenksschmerzen, Bond testet nicht mehr, aber nochmals Quecksilbernachschub aus Depots.

Therapie: Zinkpicolinat, Fischöl, Chlorella (2x1 Tbl.).

April 2016: Ebetrexat wurde abgesetzt, keine Beschwerden. Bei Zusatzbelastungen sind Reaktivierungen möglich, kurzfristige Begleitbehandlung empfohlen.

Fallbeispiel 2

März 2007: Die 36-jährige Patientin hatte schon eine Amalgamausleitung, zwei Amalgamfüllungen sind noch „übergeblieben“. Beschwerden: Kopf- und Bauchschmerzen, müde. Es testen das Darmsystem, die Nebenhöhlen, Zahn 36 und Amalgam. Im Resonanztest reagiert 36 auf Amalgam, nicht auf Bakterien.

Therapie: Hylak, Zinkpicolinat, Leinöl, Quassia Dr Tr.

Juni 2007: Das restliche Amalgam wurde entfernt, am Röntgen ist bei 36 der Periodontalspalt der mesialen Wurzel verbreitert.

Test: Darm, Nebenhöhlen, 36 auf Kieferostitis, aber nicht auf Amalgam.

Therapie: Nachtkerzenöl für den Darm, Calcium phos. D6 für Knochenregeneration.

Dezember 2007: Darmsystem gut, keine Quecksilberbelastung, Müdigkeit durch grippalen Infekt.

Therapie: Crotalus B 2x10 Tr., Zinkpicolinat für sechs Wochen.

Februar 2009: Nebenhöhleninfekt mit Antibiotikatherapie, noch empfindlich, spürt wieder 36. Test: Dickdarm, Thymus, Nebenniere, Nebenhöhlen, Tonsillen, Bronchien, 36.

Therapie: Crotalus B, Zinkpicolinat, Leinöl. Das neuerliche Ansprechen der Mittel weist darauf hin, dass die Patientin diese bei akuten Infekten auch ohne Test anwenden kann.

November 2011: Die Patientin hat 36 wieder gespürt, das Röntgen ist unauffällig, keine okklusale Störung.

Amalgam, Kieferostitis, Herdampullen und Herdmudra negativ – keine Therapie nötig.

 

Standardausleitung
•· Spirulina 2x1 oder Zeolithkapseln 1–2x1
•· Zinkcitrat 30 mg, nach 17h 1x1
•· Acerola flavonoide (gut verträgliches Vitamin C), 1x1
•· Lymphdiaral oder Phytohypophyson 

   C 2x15 Tr./10 Min. vor dem Essen
•· Mindestens drei Liter Wasser täglich. Ab Beginn der Amalgamentfernung bis etwa vier Wochen nach dem Ende.

MR Dr. EVA-MARIA HÖLLER

Zahnärztin und
Kieferorthopädin in Wien
Schwerpunkt: Komplementärverfahren
Gerichtlich beeidete Sachverständige
mit Zusatzbezeichnungen
Kieferorthopädie und
Komplementärverfahren
ordi.hoeller@aon.at