Univ.-Zahnklinik Wien - Digitalisierung, Top-Forschung und Master-Lehrgänge

Vor rund fünf Jahren führte ZMT das letzte Interview mit Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz, dem Leiter der Universitätszahnklinik Wien. Es war also wieder an der Zeit, Prof. Moritz über Neuigkeiten an der Klinik zu befragen.

Was hat sich in der letzten Zeit Neues getan?

MORITZ: Wir haben völlig auf CAD/CAM-Technologie und digitales Arbeiten umgestellt, auf optischen Abdruck usw. Dabei können wir uns auf Kooperationen mit weltweit führenden Firmen und ausgezeichneten hauseigenen ZahntechnikerInnen stützen. Kurz vor der Umsetzung steht der flächendeckende Einsatz eines digitalen Workflows – intraorale Abdrucknahme bis hin zum Chairside-Fräsen – im Studentenbetrieb. Hier nehmen wir dann sicherlich eine Vorreiter-Rolle ein. Wir starten jetzt mit dem Probebetrieb, Ende des Jahres wird alles etabliert sein.
Zu nennen ist auch die navigierte Implantation, digitale Kieferorthopädie und die digitale Totalprothetik, wo es Kooperationen mit großen Firmen gibt. Die Digitalisierung zieht sich durchs ganze Haus. Die Zahl der eigenen Haustechniker hat sich von drei auf fast 30 erhöht, was die Arbeitsabläufe beschleunigt hat. Die Universitätszahnklinik hat Erasmus-Verträge mit der Charité, mit Heidelberg, Witten, München und dem Karolinska-Institut und auch eine Kooperation mit der Showa-Universität Tokyo. Es hat sich bei deutschen Studierenden herumgesprochen, dass man bei uns 10-mal mehr am Patienten als in Deutschland arbeiten kann. Wir sind auch stolz darauf, dass wir zahlreiche internationale Patienten z.B. aus dem arabischen und russischen Raum haben.

Wird es neue Fachbereiche bzw. Professuren geben?

MORITZ: Kinderzahnheilkunde und Orale Biologie haben sich gut etabliert, die Nachfolge von Prof. Dr. Bantleon wird ab 1. Oktober Prof. DDr. Jonke (interimistisch) antreten.

Wird es neue Spezialambulanzen geben?

MORITZ: Wir haben bereits sehr viele Spezialambulanzen (über zehn), es ist aber durchaus möglich, dass sich neue Schwerpunkte bilden werden, woraus sich dann neue Spezialambulanzen ergeben.

Was tut sich im Bereich der Forschung?

MORITZ: In den letzten fünf Jahren hat sich die Zahl der wissenschaftlichen Publikationen beinahe verdoppelt, ebenso die Impact-Punkte. Wir gehören in der Forschung seit einigen Jahren zu den Top 5 der deutschsprachigen Universitäts-Zahnkliniken. Dabei muss man berücksichtigen, dass bei manchen dieser Kliniken auch die Publikationen der MKG-Chirurgie dazugerechnet werden bzw. dass sie weniger Lehre als wir machen. Wir haben die Forschung transparent gemacht, die Competence Centers arbeiten unabhängig von den Fachbereichen diesen zu.

Welche neuen (Master-)Lehrgänge werden demnächst an den Start gehen?

MORITZ: In Zukunft wird es neben dem Paro-Master auch Master-Lehrgänge für Periodontology and Implantology, Esthetic Dentistry und Endodontology geben, der Start wird im Februar 2019 sein. Ein neues Curriculum ohne Master ist der Esthetic-Dentistry-Kurs gemeinsam mit den Kliniken Graz und Innsbruck und dem ZAFI.

Herzlichen Dank für das Interview!

Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz
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