WinDent® und WinSaldo® umfangreich und anpassungsfähig

Die Praxisverwaltung im Programm mit allen Leistungen und natürlich der Abrechnung abzubilden, ist nach Aussage der Hersteller das Ziel der Zahnarzt-Software WinDent®. Nicht nur der Name, auch der erste Blick zeigt schon: Geübte Windows-User werden sich hier zu Hause fühlen. Von den Drop-Down-Menüs über die Hilfe funktioniert hier alles nach Windows-Standard. Nur die Inhalte sind naturgemäß etwas anders.

Um bei der Hilfe zu beginnen: Sie umfasst nicht nur Anweisungen, die Schritt für Schritt durch die Aufgabe führen, sondern auch Empfehlungen etwa zur Datensicherung oder was vor dem Anlegen einer Kartei oder eines Kontos überlegt werden sollte. 

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Buchhaltung und Abrechnung
Stolz ist Firmeninhaber Hans Peter Lienhardt nicht zuletzt auf das Buchhaltungssystem WinSaldo®, das in WinDent® integriert werden kann. Damit werden Zahlungen aller Art automatisch sowohl in der Praxisverwaltung als auch in der Buchhaltungssoftware registriert. In der Buchhaltung können beliebig viele Konten angelegt werden.

Auch die Kassenabrechnung erfolgt grundsätzlich automatisch. In manchen Fällen muss die Antwort vordefiniert, kann aber jederzeit geändert werden - zum Beispiel, wenn es bei einer Kasse keine klaren Richtlinien zum Selbstbehalt der PatientInnen gibt und daher der Kassen- bzw. Privatanteil einer Leistung individuell unterschiedlich sein kann. Beim Einstieg in das Programm, aber auch bei einzelnen Leistungen kann entschieden werden, ob es sich etwa um einen Regelfall, einen Bereitschaftsdienst oder eine Vertretung handelt.

Ein großes Plus von WinDent® ist die einfache Einbindung in das E-Card-System. DI Max Rosmann von der Partnerfirma Rosmann Software KEG: „Viele Anbieter haben hier einfach das Interface der SVC (Sozialversicherungs-Chipkarten Betriebs- und Errichtungsgesellschaft m.b.H.) nachprogrammiert. Dort muss sich aber der Arzt bzw. die Arzthilfe durch mehrere Fragen durchklicken, deren Antworten fast immer gleich sind. Bei uns funktioniert das mit einem Klick, und sollte ein Ausnahmefall vorliegen, so kann die Eingabe korrigiert werden. Bei Änderungen im Datensatz erhält der Benutzer eine Rückmeldung und kann die Details bei Bedarf nachfragen." Nur bei Unklarheiten fragt das Programm nach.

Leistungseingabe
Zu den Leistungen: Sie werden in einem Zahnschema dargestellt, das jenem der alten Krankenscheine entspricht, und farbig markiert. Dabei können geplante von bereits geleisteten Behandlungen leicht unterschieden werden. Ein spezielles Feature ist, dass grundsätzlich nur jene Leistungen angezeigt werden, die am Behandlungsort auch sinnvoll sind. So sind etwa occlusale Flächen auf den Frontzähnen grundsätzlich nicht anwählbar. Wie immer in diesem Programm können die Standardeinstellung auch geändert werden, sowohl im Einzelfall als auch als generelle Änderung in den Grundeinstellungen.

Jederzeit und überall - und das ist eines der schönen Features dieses Programms - können Bemerkungen eingefügt werden. Diese können auch in Kategorien unterteilt werden, etwa spezielle Anmerkungen, die vielleicht nur die Mundhygienikerin interessieren, die Zahnärztin selbst aber im Normalfall nicht. Oder es werden - falls der Schirm für den Patienten sichtbar aufgestellt ist - Bemerkungen, die dieser nicht lesen soll, in eine eigene nicht ständig sichtbare Kategorie eingeschrieben.

Terminverwaltung
Wie bei allen guten Programmen sind überschneidende Termine und die Verwaltung mehrerer Arbeitsplätze möglich. Bei zwei Bildschirmen ist gleichzeitiges Betrachten der Patientenkartei und des Terminkalenders möglich. Besteht ein Internetanschluss in der Ordination, können über ein Zusatzmodul Einzel- und Serien-SMS an vorgegebene Nummern versendet und so zum Beispiel Patienten vollautomatisch an ihre Termine oder die Notwendigkeit einer neuerlichen Kontrolle erinnert werden.

Rosmann: „Diese Idee kam - wie viele Anregungen zur Verbesserung des Programms - von einem Kunden. Wir versuchen mit ihnen guten Kontakt zu halten und nehmen ihre Anregungen ernst." Die Betreuer sind laut Rosmann und Lienhardt auch abends und am Wochenende erreichbar, um in Notfällen zumindest mit telefonischer Erster Hilfe zur Seite zu stehen. Ein weiters Service: Auf der Homepage der HPL findet sich eine Preisliste. Das bietet kein anderer österreichischer Dentalsoftware-Anbieter. Die realen Verkaufspreise sind laut Lienhardt sogar niedriger, da meistens Pakete genommen werden.

Updates und Lagerverwaltung
Programmupdates inklusive Änderungen in der Abrechnung erfolgen automatisch per Fernwartung, per E-Mail, wobei der User hier auch mittels USB-Stick auf andere Computer transferieren kann oder mittels Information über E-Mail und händischer Änderung durch den User. Ist weder E-Mail vorhanden noch Fernwartung möglich, werden CDs versendet, dies aber seltener.

Ein Manko des Programms ist die fehlende Lagerverwaltung. Rosmann: „Hier ist das Problem, dass die Änderungen ja auch eingegeben werden müssen - und zwar ständig. Ohne ständige Aktualisierung ist eine Lagerverwaltung sinnlos." Allerdings müssen auch Leistungen eingegeben werden und in Zeiten von Barcodes wäre eine Eingabe des Materialverbrauchs mit Hilfe passender Scanner wohl auch in der Praxis nicht sehr aufwändig.

Livia Rohrmoser


Vorteile: Für Windowsuser intuitiv zu bedienen. Umfangreich mit allen notwendigen Funktionen. Sehr guter Kalender, sehr gute Buchhaltung. Alle automatischen Eingaben können vom Benutzer aufgehoben und geändert werden. Auf allen Ebenen sind Anmerkungen möglich. SMS-Versand für Recall und Terminerinnerung.
Nachteile:
Keine Lagerverwaltung. Hilfe manchmal umständlich und in Sonderfällen nicht immer hilfreich (dies trifft allerdings auf fast alle Hilfedateien zu). Export der Buchhaltungsdaten als Excel-Dateien.
Hersteller:
HPL Software, Hans Peter Lienhardt KEG.
Homepage:
www.windent.at
Voraussetzungen:
Betriebssystem: Windows 2000 Professional ab Servicepack 4, XP ab Servicepack 2, Server 2003 ab Servicepack 1, Vista ab Servicepack 1.
Hardware:
CD-ROM-Laufwerk (DVD-Laufwerke können CD-ROMs lesen), Sicherungsmedium, Monitor mit Auflösung von mindestens 1024x768, bei Verwendung eines digitalen Röntgens wird ein größerer Bildschirm empfohlen.
Platzverbrauch
(nur Programm): Ca. 130-220 MB.
Empfehlung:
RAID-System 1 oder 5.
E-Card-Schnittstelle:
Ja
Schnittstelle zu Digitalröntgen:
Ja, über Zusatzmodul.
Zusatzmodule:
Parodontologie, Prothetik, Kieferorthopädie, Funktionsanalyse, Bildgebende Verfahren, Implantologie, Recall, Kalender, SMS-Versand, Briefschreibung mit MS Word.

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