Entgiftung: Das untersch├Ątzte Lymphsystem

Ja, gut, es ist ein Entgiftungssystem, hat etwas mit Abwehr zu tun und kann böse Krebsarten entwickeln. In der Schulmedizin ist es aber eindeutig ein vernachlässig-tes Stiefkind.

Und auch wir Komplementärmediziner wollen das Bindegewebe entgiften, die Regulation in Gang setzen und die Abwehr steigern, aber auf die unscheinbare Lymphe vergessen wir oft.
Die Anfangskapillaren des Lymphsystems liegen mitten im Grundsystem, formieren sich zu größeren Gefäßen und begleiten Venen zur Leber. Entlang der Gefäße sind - als wichtige regulatorische Einheiten - Lymphknoten eingelagert. Übergeordnete Stellen für den Auf- und Abbau der Lymphzellen sind Knochenmark, Thymusdrüse und Milz.
Für uns Zahnärzte ist das Lymphsystem in vielerlei Hinsicht wichtig. So hat es eine Entgiftungsfunktion: Alle Giftstoffe werden über das Lymphsystem entsorgt: Schwermetalle, Trikalziumphosphat (vom Knochenaufbau), Monomere. Über die Lymphe erfolgt die Reinigung des Grundsystems und damit eine Verbesserung der Regulation. Bei allen Ausleit- und Entgiftungsbehandlungen sollen daher Lymphmittel eingesetzt werden. Am effektivsten sind homöopathische Komplexmittel, Tiefpotenzmischungen:

- Lymphdiaral von Pascoe (enthält mehrere Lebermittel, z.B. Taraxacum, Chelidonium, Silybum    marianum, Lycopodium, abflusssteigernde Phytolacca, Echinacea ... )
- Lymphomyosot von Heel (Gentiana, Equisetum, Geranium, Nasturtium... Cave Hyperthyreose: enthält Levothyroxin D 12)
- 00Lymphaden von Hevert

Dosierung: 15-25 Tr. 2-3x täglich, 10 Minuten vor dem Essen (oder anstatt einer Mahlzeit).

Bösartige Erkrankungen

Diese Mittel sind auch für uns selbst interessant: Die Zahl bösartiger Erkrankungen - auch des Lymphsystems - bei Zahnärzten ist hoch. Ursachen sind Schwermetalle und Monomere. Besonders belastend sind die flüssigen Anteile von Prothetikkunststoffen. Die Arbeit mit diesen Mitteln können wir nicht ganz vermeiden, die meisten Kollegen wollen auch nicht ständig Atemschutzmasken tragen, aber mit Lymphmitteln können wir uns selbst weitgehend entlasten. Ebenfalls sehr belastend sind Holzschutzmittel, Abbeizmittel, Lösungsmittel.
Die Anregung des Lymphabflusses kann gegen Schwellungen helfen, z.B. nach Operationen oder bei Entzündungen. Ideal ist natürlich eine klassische Lymphdrainage durch speziell ausgebildete Physiotherapeuten.
Aber auch die „Schmalspurversion" hilft sehr: Rubbeln entlang der Lymphabflusszone für den Kopfbereich, zwischen Schlüsselbein und erster Rippe - kreisförmige Bewegungen, beginnend parasternal bis zum Grübchen vor der Schulter, mittelstarkes Aufdrücken, etwa 5-10 Minuten, 2-3x täglich. Meist findet man eine etwas festere Zone, dort länger massieren, bis sich die Verhärtung auflöst. Bei Operationen (z.B. Weisheitszähne) genügt dies einseitig, bei Stockschnupfen beidseits. Verstärkt werden kann die Massage durch Einreiben von Lymphdiaral-Salbe. Diese einfache Übung bringen die Patienten leicht hin und sind von der Wirkung meist sehr angetan.
Ähnliche Effekte kann man mit Gelblicht entlang der Lymphbahnen erzielen. Die Aktivierung des Lymphsystems bringt auch alle Stoffwechselvorgänge in Schwung. Darauf zielen z.B. Magnetfeldbehandlungen am Beginn einer kieferorthopädischen Behandlung. Den „lymphatischen Typ" erkennen wir an leicht aufgedunsenem Gesicht, oft mit Schwellungen der Unterlider, verdicktem Halsbereich und nach vorne gezogenen Schultern. Die Kinder sitzen häufig lange zusammengekauert vor dem Fernseher. Eine einfache und billige Methode sind die Turn-übungen nach Balters, die Lymphsystem und Atmung aktivieren:
Wir benötigen ein Gummiband (Schlinge aus Hosengummi, 2m lang). Die Kinder lehnen sich an eine offene Tür, das Gummiband in Händen. Beim Einatmen werden die Hände über den Kopf und nach seitlich gestreckt, beim Ausatmen beugen sie sich vor und lassen die Hände nach unten hängen. Mit einer Zahnspange im Mund kommt es gleichzeitig zu einer Aktivierung des Kraniosakralsystems.

Abwehraktivierung

In den Lymphknoten kommt es zur Abwehraktivierung: Bei Kontakt mit Antikörpern von Krankheitserregern wird die unspezifische Abwehr aktiviert (Makrophagen, Phagozytose) und die spezifische in Gang gesetzt (Bildung von Memorylymphozyten, Immunität, Zytokinausstoß). Homöopathische und pflanzliche Mittel können gezielt T-Zellen fördern (Vit. C, Vit. B, Fettsäuren, Esberitox, Taigawurzel) oder B-Zellen (Zink, Q 10, Echinacea).
Besonders wichtig sind in dem Zusammenhang die Lymphgewebe direkt unter den Schleimhäuten: der lymphatische Rachenring nach Waldeyer, die Peyer´schen Plaques im Dünndarmbereich. Letztere spielen auch eine große Rolle bei Nahrungsmittelallergien, weil hier die unzerlegten Nahrungseiweiße durch die undichte Darmwand treten und auf diese Lymphzellen treffen. Die Therapie für die Nahrungsmittelallergien ist Symbioselenkung. Für alle anderen Allergieformen bildet ein guter Lymphabfluss eine bedeutende Entlastung, Lymphmittel unterstützen daher jegliche Allergiebehandlung.
Entzündungen im Kopfbereich haben eine Lymphabflusszone im Nackenbereich: Die Adler-Langer´schen Druckpunkte für OK-Zähne, aber auch Nasennebenhöhlen in Höhe der Dornfortsätze C2, UK-Zähne, Tonsillen: C3. Verspannungen der Nackenmuskeln können daraus resultieren.
Patienten reagieren oft mit Unverständnis auf die Testung der Tonsillenpunkte, wenn sie bereits tonsillektomiert sind. Es gibt jedoch im gesamten Rachenbereich Lymphgewebe, das diese Funktion übernimmt (Polypen, Seitenstrangangina). Häufig stören auch die Mandelnarben, wo sich hartnäckige chronische Infekte ansiedeln können. Testpunkte: Am Kieferwinkel, ev. am gesamten hinteren Mandibularrand. Auch gut geeignet als Reflexzone zum Einreiben homöopathischer oder pflanzlicher Mittel.
Akupunktur-Testpunkt: Lymphe 2 nach Voll  am Grundgelenk des Daumens medial - reagiert einseitig bei Herd im Zahnbereich, beidseitig meist bei Materialproblemen (ein beidseitiger Herd bei Nebenhöhlen oder Tonsillen wäre aber möglich).
Über diese Punkte kann man austesten, welche Mittel am besten helfen. Wirklich schaden können
diese Mittel kaum. Sie wirken am besten in flüssiger Form, enthalten aber relativ viel Alkohol, bei trockenen Alkoholikern daher bitte Globuli individuell zusammenstellen.

Dr. Eva-Maria Höller

Testpunkt Lymphe 2 nach Voll
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